Habitat/Ökologie (Meinunger & Schröder 2007) Große, grüne bis gelblich- oder bräunlichgrüne auffällige Art mit geschwollenkätzchenförmig beblätterten Stängeln. An nassen, kalkreichen, offenen Niedermoorstandorten. Paul (1924a) schreibt: „ ... das Moos ist keine eigentliche Moorpflanze. Es kommt viel öfter in kalkhaltigen Sümpfen, in Kiesgruben, an See-Ufern mit Kalkschlamm und ähnlichen Örtlichkeiten vor. Hier entwickelt es sich am kräftigsten, während es in Mooren immer viel seltener und dürftiger ist.“ Die Beobachtungen von Schäfer-Verwimp (1985) bestätigen diese Angaben, die Art kommt in schlenkenartigen, kalkreichen Vertiefungen oder alten, verlandenden Gräben oft in prächtigen Rasen vor: „Am Bodensee sind keine Vorkommen ... an primären, vom Menschen nicht geprägten Wuchsorten bekannt. Es handelt sich um eine progressive Reliktart, deren Verbreitung ... durch die Anlage des Vogelfangsteges und durch kleine Entwässerungsgräben gefördert wurde“. Typische Begleiterarten von Scorpidium turgescens sind: Scorpidium scorpioides, Drepanocladus cossonii, D. lycopodioides, Campylium stellatum, C. elodes, Calliergon trifarium und Calliergonella cuspidata.
Verbreitung (Meinunger & Schröder 2007) Nur in den Alpen und im Alpenvorland, nördlich (früher) bis zur Donau: BW: Zusammenfassende Darstellung: Nebel in Nebel & Philippi (2001); Schäfer-Verwimp (1985). BY: Nur noch am Alpenrand, frühere Vorkommen im Vorland durch Flussausbau und Flussregulierung vernichtet: Familler (1913); Paul (1924a; 1943); Poelt (1954); Herzog & Paul (1920); Geheeb (1876); Lübenau (1991); H. Lauer (in litt.); Paul & v. Schoenau (1928; 1929; 1933); v. Denckmann (!); Höper (1996); Thyssen (1968); 8228/3 Moorwiesen S Straße Wilpoldsried-Wagegg, 28.04.1994, R. Lübenau (!); 8429/2 O Weißen-See, im Cladietum marisci im Übergang zum Primulo-Schoenetum, 787 m, 10.05.1990, leg. R. Strohwasser, det. R. Lotto (!); 8432/2 im Deublesmoos, mit Calliergon trifarium und Drepanocladus cossonii, 20.07.1989, R. Lotto (!); 8432/4 N von Farchant, östlich der Loisach N der „Schanze“, Erlen-Auenwald, mit Scorpidium scorpioides und Bryum neodamense, 24.04.1994, R. Lotto (!); 8533/1 Buckelwiesen, zwischen Latschen, 940 m, 08.07.1989, R. Lotto (!); 8533/2 S Latschenmoor zwischen Tennsee und Tonihof, 940 m, 09.10.1966, R. Lotto (!); 8533/4 Kranzberglift-Talstation, Flachmoor, Bultenfuß, 27.09.1992, R. Lotto (!); 8343/4 Hochmoor am Böckweiher N von Strub, 610 m, 12.07.1988, U. Beyerlein (!); 8543/22 Funtenseegebiet, 1700 m, 22.09.1989, U. Beyerlein (!).
Bestand und Gefährdung (Meinunger & Schröder 2007) Nur noch am Alpenrand existent, manchmal auch in größeren Beständen. Die Art wird durch mäßige anthropogene Störungen gefördert: RL R. Im Alpenvorland fand sie sich früher im Überschwemmungsbereich der Alpenflüsse, vergl. Paul (1924a). Mit der Errichtung von Staustufen und Flussausbau hier inzwischen wohl überall erloschen: RL 0.