Verbreitung (Meinunger & Schröder 2007) Sehr seltenes Hochalpenmoos, überwiegend in der Subnivalstufe zu finden: Grims (1999). Im Gebiet bislang nur an folgenden Stellen gefunden: BY: 8727/2 Linkerskopf, 2325 m, hier von Sendtner erstmals im Gebiet entdeckt, REG (!); K. Müller Hal. (1853); Familler (1911), hier im Jahre 2004 vom M. Reimann wiederbestätigt; 8627/4 Gipfel des Spätengundkopfs, 1990 m, auf Allgäuschiefer, Holler (1875), bei Familler (1911) ungenau zitiert; 8543/2 Auf Rotmarmorboden der letzten drei Köpfe am Funtenseetauern, 2400–2500 m, Familler (1911). Neufund: 8627/4 Am Wildengundkopf, 31.07.2004, M. Reimann (2005).
Bestand und Gefährdung (Meinunger & Schröder 2007) Über das Vorkommen am Funtenseetauern sind weitere Einzelheiten nicht bekannt. Dagegen gibt es über die Vorkommen im Allgäu genauere Berichte: Molendo (1865) beschreibt die Fundstelle am Linkerskopf, die nur durch „das Hinabklettern über (eine), nebenbei gesagt, sehr gefahrdrohende Wand“ erreichbar ist, sehr genau: Von den Moosen „heißt es leider ‚fuimus Troes‘. Selbst der D. latifolius ist nur mehr in Spuren vorhanden! Man sieht daraus, dass das Nachwachsen der Moose eine Sache von Decennien ist, wenn es überhaupt an dieser Stätte sich je noch vollzieht. Möglich, dass auch ungünstige Jahrgänge hier das Ihrige getan; das Fehlen der edlen Desmatodonten im Jahre 1864 auf jenen (sehr kleinen) Stellen, auf denen sie überhaupt in diesem Geschröffe Platz finden können, dieses Fehlen will ich doch lieber den schlechten Zeiten oder dem Wegfegen durch Sturm und Verwitterung zuschreiben, als dem bischen Schnee, das ich wegzuscharren hatte, oder gar vielleicht den mechanischen Eingriffen, die sich hier etwa Gemse oder der räuberische Bartgeier (nach Familler 1911 ist damit Dr. Holler gemeint) erlaubt hätten“. Holler (1875) beschreibt das Vorkommen am Spätengundkopf: „mit Trichostomum obliquum, rufum et rubellum, Bryum arcticum, algovicum et pallescens contextum, Encalypta commutata und Dissodon Frölichianus ... keinesweg selten in den seichten Spalten zwischen den Schichtenköpfen der Schiefer. Molendo‘s Befürchtungen, es möchte das seltene Moos durch Vernichtung des classischen Standortes am Linkerskopf aus dem Algäu verschwunden sein, haben sich somit glücklicher Weise nicht bestätigt“. Nach Einsicht der Belege in M schreibt Düll in Düll & Meinunger (1989): „In beiden Fällen liegen Massenbelege vor, die den Verdacht nahelegen, dass die Vorkommen total geplündert wurden“. Desmatodon laureri ist eines von mehreren Beispielen sehr seltener Moose, die eigentlich am Wuchsort nicht gefährdet sind, jedoch durch unmäßiges Sammeln seitens einiger Bryologen vernichtet oder zumindest sehr stark dezimiert werden können. Die Neubestätigung der sehr seltenen Art durch M. Reimann ist besonders erfreulich: RL 1.